Ranked-Choice-Voting als zukunftsweisende Alternative zum Majorzwahlrecht?
Ranked-Choice-Voting als zukunftsweisende Alternative zum Majorzwahlrecht?
Die Regierungsratswahlen in Basel-Stadt 2024 boten eine gute Gelegenheit, das Ranked-Choice-Voting (RCV) als alternatives Wahlverfahren erneut zu testen. Das Verfahren ermöglicht es Wählenden, Kandidierende in eine Präferenzreihenfolge zu bringen, und kommt ohne zweiten Wahlgang aus – ein Vorteil gegenüber dem Majorzwahlrecht.
Zentrale Erkenntnisse der Studie
Effizienz: Mit RCV konnten alle Sitze in einem Wahlgang besetzt werden.
Stabilität: Die politische Zusammensetzung blieb nahezu identisch.
Mögliches anderes Wahlergebnis: Nach unseren Befragungsdaten wäre Anina Ineichen (Grüne) statt Esther Keller (GLP) gewählt worden. (Wichtiger Hinweis: Ziel der Studie war es nicht, eine Aussage im Bezug auf das reale Wahlergebnis zu machen, es geht stattdessen um den Vergleich der zwei Verfahren hinsichtlich ihres Resultats und Verfahrens).
Die Studie zeigt, dass RCV Vorteile bietet, ohne drastische Veränderungen im Wahlergebnis herbeizuführen. Dennoch stehen die Meinungen zur Einführung in Basel-Stadt mit 53 % Zustimmung und 47 % Ablehnung knapp gegenüber.
Handlungsempfehlungen
Für eine erfolgreiche Einführung von RCV sollte der Wahlzettel benutzerfreundlich gestaltet und die Stimmenauszählung effizient organisiert werden. Expert:innen und Bürger:innen sollten dabei einbezogen werden. Angesichts der Ergebnisse wird ein Wechsel zum RCV-Verfahren empfohlen.
Das Demokratie Labor Basel unterstreicht mit diesem Testlauf, dass RCV eine ernstzunehmende Alternative darstellt, die die Effizienz und Qualität demokratischer Prozesse verbessern könnte.